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Projekte zur Erdwärme

ESWE fördert die Energiegewinnung aus der Tiefe

Geothermie, oder Erdwärme, bezeichnet die in den zugänglichen Teilen der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie. Sie steht ganzjährig, wetterunabhängig und theoretisch überall konstant zur Verfügung. Sie lässt sich auf umweltfreundliche und geräuscharme Art und Weise fördern. Als regenerative Energiequelle leistet Geothermie daher einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Ressourcenschonung.

Bei der Nutzung der Oberflächennahen Geothermie werden Temperaturen von bis zu 25 °C aus maximal 400 Meter Tiefe, meist über sogenannte Wärmepumpen, zum Beheizen, Kühlen oder zur Warmwassererzeugung verwendet. In vielen Ein- oder Mehrfamilienhäusern, in Wohnblocks, öffentlichen Einrichtungen, Verwaltungen und auch in Gewerbebetrieben finden sich Systeme, die diese umweltfreundliche Technologie verwenden.

Zur Nutzung der Tiefen Geothermie werden Temperaturen von über 100 °C benötigt, sowie ausreichend viel Wasser. Im Durchschnitt steigt in Deutschland die Temperatur um 30 °C pro 1.000 Meter. Abweichungen werden als Wärmeanomalien bezeichnet, dazu zählt auch das Gebiet um Wiesbaden, hier steigen die Temperaturen um bis zu 40 °C pro 1.000 Meter. Das benötigte Wasser findet sich in Kluftsystemen, welche durch geophysikalische Untersuchungen geortet werden können. Auch hier ist das Gebiet um Wiesbaden durch seine geologische Situation prädestiniert. Sobald beide Faktoren zusammen treffen, kann in einem Geothermieheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt werden. Die abschließenden Untersuchungen, ob die Voraussetzungen einen wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb in Wiesbaden ermöglichen, laufen derzeit.

Tiefengeothermie

Seit 2009 untersuchen ESWE und das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam die Möglichkeiten zur Nutzung der Tiefengeothermie. Nach einer erfolgreichen 2D-Seismikkampagne im März 2010 und weiteren ergebnisreichen geophysikalischen Untersuchungen des Untergrundes unterstützt uns seit 2012 auch die Rhein-Main-Deponie aus Flörsheim. Alle drei Projektpartner haben gemeinsam im November 2012 eine 3D-Seismikkampagne in den östlichen Wiesbadenern Vororten und im Main-Taunus-Kreis durchgeführt.

Mit den Ergebnissen der geophysikalischen Untersuchungen wird ein 3D-Modell des Untergrundes erzeugt. So kann ESWE den idealen Standort für ein Geothermieheizkraftwerk zur Strom- und Fernwärmeerzeugung ermitteln. Das bedeutet für Wiesbaden einen weiteren Schritt in Richtung ökologischer Stromerzeugung und ist gleichzeitig ein mehrfacher Zugewinn:

  • Mehr Unabhängigkeit gegenüber den großen Stromerzeugern
  • Dauerhafte Sicherung und bessere Flexibilität der Stromversorgung und vor allem
  • Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2)
Dieses Bild veranschaulicht die Förderung der Erdwärme zur Stromerzeugung:

Nahwärme Kleine Schwalbacher Straße

Neben dem medizinischen Nutzen werden die Thermalquellen Wiesbadens erstmals auch zur Wärmeversorgung verwendet. Das Pilotprojekt, welches 2007 von ESWE und dem Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden begonnen und ein Jahr später in Betrieb ging,  ist einmalig in Wiesbaden. 2008 wurde von der Schützenhofstraße bis zur Kleinen Schwalbacher Straße mit Hilfe finanzieller Förderung durch den ESWE Innovations- und Klimaschutzfonds eine Nahwärmeinsel fertiggestellt, die das aus den Primärquellen geförderte Thermalwasser zur Beheizung der umliegenden 40 Haushalte nutzt. Somit wird der jährliche CO2-Ausstoß um rund 85 Tonnen reduziert.

Weitere Kunden sollen künftig für das Projekt gewonnen werden und die Leistung der Anlage sukzessive auf 2.000 Kilowatt ausgebaut werden. Wenn die volle Leistung realisiert ist, werden künftig 850 Tonnen CO2 eingespart.